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Unsere Waffen: Das Rapier

Rapier
Das Rapier

Charakteristisch für diese lange und schmale Klingenwaffe sind die aufwendig geschmiedeten Gefäße mit mehreren gebogenen Spangen und ausladenden Parierstangen. Die Form der Gefäße und Griffe unterlag vielen Varianten. Ihre Gestaltung entsprach dem künstlerischen Geschmack der Renaissance. Historische Rapiere sind überaus gut aubalancierte Waffen und sie liegen trotz ihrer Sperrigkeit gut in der Hand, geeignet für schnelle und präzise Stoßbewegungen.

Die historischen Anfänge des Rapiers liegen vermutlich in der spanischen Renaissance, wo sich um 1450 mit dem "Espada Ropera" ein ziviles Schwert entwickelte, das hauptsächlich zu Selbstverteidigungs- und Duellzwecken genutzt werden sollte und gegen ungepanzerte Gegner eingesetzt wurde. Es breitete sich rasch über ganz Europa aus. Die Glanzzeit des Rapiers lag zwischen 1500 und 1650.

Die Bewegungsweise beim Rapierfechten war vorwärts und rückwärts möglich, aber ebenso sinnvoll waren seitwärts gerichtete oder kreisende Bewegungen. Die sinnvollste Verteidigung war das Ausweichen und gleichzeitige Parieren der gegnerischen Waffe. Die Betonung beim Fechten mit dem Rapier lag auf dem Abpassen des richtigen Zeitpunkts für einen Angriff und dem Einhalten der richtigen Distanz.

Häufig wurde zusätzlich zum Rapier ein Dolch oder, seltener, ein zweites Rapier in der linken Hand geführt. Der Dolch wurde hauptsächlich zum Parieren oder Festhalten der gegnerischen Waffe, oder, falls scharf geschliffen, auch zum Angriff benutzt.

Hiebe mit dem Rapier auszuführen war durchaus möglich und üblich, aber das diente vermutlich  mehr um den Gegner einzuschüchtern oder ihn durch leichte Verletzung zu reizen. Man kann mit Sicherheit annehmen, daß die sehr schlanke und nur im Spitzenbereich scharf geschliffene Rapierklinge nicht in der Lage war, einen Gegner durch Hiebe oder Schnitte lebensgefährlich zu verletzen.

Die ausladenden Parierstangen und sperrigen Griffe des Rapiers waren sowohl Handschutz als auch als Klingenfang. Außerdem dienten sie dazu die Umgehung der eigenen Waffe durch die gegnerische Klingenspitze zu erschweren.

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